Während Millionen Menschen die aktuelle Fußball-Weltmeisterschaft verfolgen, erleben auch Sportwetten einen Boom. Mittlerweile gibt es laut Glücksspielbehörde der Länder, GGL, in Deutschland etwa 30 Anbieter von Sportwetten, die legal Sportwetten anbieten können. Die GGL registrierte zuletzt 382 deutschsprachige, nicht lizenzierte Sportwetten-Webseiten, der Deutsche Sportwettenverband sogar 840 illegale Websites. Die Suchthilfe des Caritasverbands Düren-Jülich warnt vor den Risiken, die mit dem vermeintlich harmlosen Freizeitvergnügen verbunden sind.
"Während eines großen Turniers wie der WM sind viele Menschen noch im Wettfieber. Das böse Erwachen kommt oft erst danach, wenn deutlich wird, wie viel Geld tatsächlich verloren wurde", erklärt Silvia Zaunbrecher, Fachstelle Glücksspielsucht und Beraterin der Suchthilfe des Caritasverbands Düren-Jülich.
Besonders problematisch ist die ständige Verfügbarkeit von Online-Wetten. Über das Smartphone können Wetten rund um die Uhr abgeschlossen werden - nicht nur am Wochenende oder beim Fußballschauen, sondern auch unterwegs oder während der Arbeitszeit. Gleichzeitig vermittelt die intensive Werbung den Eindruck, erfolgreiche Wetten seien vor allem eine Frage von Fußballkenntnissen: "Viele Menschen glauben, sie könnten mit ihrem Sportwissen bessere Ergebnisse erzielen. Tatsächlich bleibt der Ausgang eines Spiels unvorhersehbar. Sportwetten haben ausschließlich mit Zufall zu tun", betont Zaunbrecher.
Nach Erfahrungen der Suchthilfe sind vor allem junge Männer betroffen. Die Probleme treten dabei in allen gesellschaftlichen Gruppen auf - vom Studierenden bis zum Familienvater mit festem Einkommen. Häufig wenden sich zunächst Angehörige oder Partnerinnen an die Beratungsstelle, weil sie finanzielle Schwierigkeiten oder Veränderungen im Verhalten bemerken.
Die Suchthilfe des Caritasverbands Düren-Jülich bietet kostenlose und vertrauliche Beratung für Menschen mit Glücksspielproblemen sowie deren Angehörige an. Die Beratung kann persönlich, telefonisch oder online erfolgen, auch gibt es ein Gruppenangebot für den persönlichen Austausch: www.suchthilfe-dueren.de
"Niemand muss mit seinen Sorgen allein bleiben. Je früher Betroffene oder Angehörige Unterstützung suchen, desto besser lassen sich finanzielle und persönliche Folgen begrenzen", so Zaunbrecher.