Was passiert, wenn während der Schwangerschaft Alkohol konsumiert wird? Welche Folgen kann das für ein ungeborenes Kind haben? Und wie erleben Menschen mit einer fetalen Alkoholspektrumsstörung (FASD) ihren Alltag? Mit diesen Fragen können sich Besuchende bei der interaktiven Wanderausstellung "ZERO!" im Kreishaus auseinandersetzen. Noch bis Freitag, 11. September, informieren das Gesundheitsamt des Kreises Düren, die Frühen Hilfen von Stadt und Kreis Düren sowie die Caritas-Suchthilfe Düren-Jülich gemeinsam über FASD und die Bedeutung von Prävention.
13 Schulklassen und Bildungsträger mit rund 300 Schülerinnen und Schülern, rund 75 Fachkräfte und interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie weitere Gruppen aus Einrichtungen und dem Jobcenter sind für die Ausstellung angemeldet. Die Ausstellung des FASD-Netzwerks Nordbayern e.V. vermittelt auf rund 90 Minuten anschaulich, wie sich Alkohol auf die Entwicklung eines ungeborenen Kindes auswirken kann. An verschiedenen Stationen erleben die Besucherinnen und Besucher die Schwangerschaft aus Sicht des Kindes und der Schwangeren und erfahren anhand persönlicher Berichte, mit welchen Herausforderungen Menschen mit FASD im Alltag leben. Ergänzt wird die Ausstellung durch einen Rauschbrillenparcours, einem speziell für diese Ausstellung entwickelten Quiz, Informationen zu örtlichen Hilfsangeboten und Möglichkeiten zur Reflexion. Dank des Edeka Vogel aus Lendersdorf konnten die Besuchenden außerdem eine alkoholfreie Alternative zum Cocktail ausprobieren.
Viele Besuchende waren überrascht, dass so viele Kinder mit FASD geboren werden: "Ich wusste nicht, dass schon eine kleine Menge Alkohol reichen kann, um das Baby zu schädigen. Es war wirklich aufklärungsreich. Ich wusste nicht, dass Alkohol so schädlich für das Baby ist."
Auch angehende Erzieher und Erzieherinnen des Nelly-Pütz-Berufskolleg besuchten die Ausstellung. Gerade für angehende Fachkräfte ist das Wissen über FASD von Bedeutung. Die Beeinträchtigung kann sich unter anderem auf Lernen, Verhalten und die Bewältigung des Alltags auswirken. Gleichzeitig ist FASD in der öffentlichen Wahrnehmung wenig bekannt. Wissensdefizite, späte Diagnosen und fehlende Vernetzung können die angemessene Unterstützung betroffener Menschen erschweren. "Die Rückmeldungen zeigen uns, wie wichtig es ist, FASD verständlich und ohne Schuldzuweisungen zu vermitteln", sagt Sandra Thönessen von der Caritas-Suchthilfe. "Prävention beginnt mit der klaren Botschaft: In der Schwangerschaft gibt es keinen sicheren Zeitpunkt und keine sichere Menge Alkohol. Gleichzeitig müssen wir auch die Menschen in den Blick nehmen, die bereits mit den Folgen von FASD leben."
Die Aktionswoche rund um den Internationalen Tag des alkoholgeschädigten Kindes am 9. September ist Teil einer kreisweiten Aufklärungs- und Präventionskampagne. Ziel ist es, die Aufmerksamkeit für FASD zu erhöhen, über Ursachen und Folgen aufzuklären, den Alkoholverzicht in der Schwangerschaft zu fördern und die Zusammenarbeit von Gesundheitswesen, Jugendhilfe und Bildung zu stärken.
Noch bis Freitag im Kreishaus
Die Ausstellung "ZERO!" ist noch bis Freitag, 11. September 2026, im Kreishaus Düren, Bismarckstraße 16, Raum 158, zu sehen. Die Aktionswoche richtet sich insbesondere an Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klasse, Fachkräfte sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger.
Mit zusätzlichen Informationsmaterialien wollen Kreis, Stadt und Caritas auch über die Aktionswoche hinaus für das Thema sensibilisieren. Informations- Einleger und Poster zu FASD werden über gynäkologische Praxen, Schwangerschaftsberatungsstellen und Hebammen im Stadt- und Kreisgebiet Düren verteilt.
Ausstellung ZERO! macht Folgen von Alkohol in der Schwangerschaft sichtbar
10.09.2026
Herausgeber:Pressestelle
Bonner Straße 32
52351 Düren