Zwei kleine Roboter mit lebhafter Mimik, freundlicher Stimme und einem sehr guten Gedächtnis begegnen seit rund fünf Monaten Bewohnerinnen und Bewohnern im Alten- und Pflegezentrum St. Katharina in Kreuzau der Caritas Düren-Jülich. Die beiden Roboter der Firma Navel Robotics wurden von den Caritas-Mitarbeitenden nach den beiden Protagonisten aus den Heidi-Romanen von Johanna Spyri auf die Namen Heidi und Peter getauft. Im Rahmen einer Testphase werden die rund 75 Zentimeter großen sozialen Roboter in den kommenden Jahren in unterschiedlichen Einrichtungen des Caritasverbands Düren-Jülich eingesetzt. Dabei geht es nicht darum, menschliche Betreuung zu ersetzen, sondern herauszufinden, ob KI-gestützte Robotik die Arbeit der Mitarbeitenden sinnvoll ergänzen und die Lebensqualität älterer Menschen verbessern kann. Die Navel-Roboter können beispielsweise über den Speiseplan informieren, auf Freizeitangebote hinweisen, Rätsel stellen, zu Spielen einladen oder Geschichten erzählen. Während des Einsatzes finden regelmäßige Updates statt, so dass die Fähigkeiten der Roboter kontinuierlich weiterentwickelt bzw. verbessert werden. So sollen Heidi und Peter demnächst auch singen können, Märchen erzählen und auch autonomes Fahren möglich sein. Gespräche und Personen können sie sich jetzt bereits merken und ihre Interaktionen entsprechend anpassen. Gerade diese Möglichkeit zur persönlichen Ansprache macht den Einsatz für die Caritas Düren-Jülich interessant.
"Wir wollen nicht nur darüber sprechen, was künstliche Intelligenz und Robotik irgendwann leisten könnten. Wir wollen praktische Erfahrungen sammeln und herausfinden, was davon für die Menschen in unseren Einrichtungen tatsächlich sinnvoll ist", sagt Nina Schruff, Fachbereichsleitung Fachbereiche Wohnen im Alter und Tagespflege. Dabei geht es auch um eine grundsätzliche Frage: Wo liegen die Grenzen zwischen technischer Unterstützung und menschlicher Begegnung? Die Antworten sollen vor allem diejenigen geben, die die Roboter im Alltag erleben: die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Mitarbeitenden. Ihre Rückmeldungen, Wünsche und fachlichen Einschätzungen fließen in die weitere Entwicklung des Projekts ein. "Natürlich reagieren die Bewohnerinnen und Bewohner unterschiedlich, auch abhängig von der Tagesform. Manche freuen sich sehr, wenn sie Besuch bekommen und nehmen die Gespräche gut an, manche haben weniger Interesse. Insgesamt reagieren die Bewohnerinnen und Bewohner aber positiv auf das Angebot", so Projektverantwortlicher Benedict Jolas.
Der Caritasverband sieht in dem Einsatz zugleich eine Möglichkeit, Mitarbeitende und Auszubildende frühzeitig mit neuen Technologien vertraut zu machen. "Unsere Auszubildenden sollen lernen, mit KI-gestützten Assistenzsystemen umzugehen. Das wird in einer zunehmend digitalen Pflege- und Sozialwelt eine wichtige Kompetenz sein", so Schruff.
Gleichzeitig steht für den Verband fest, dass Technik den Menschen nicht ersetzen kann. "Bei aller Neugier und Begeisterung für die Möglichkeiten dieser Technologie bleibt für uns klar: Mensch sein ist in der Hilfe für Menschen nicht verhandelbar", betont Schruff.
Das Projekt "Navel" ist damit bewusst mehr als ein Techniktest. Der Caritasverband will offen für neue Entwicklungen sein, zugleich aber kritisch prüfen, welchen konkreten Nutzen sie für die Menschen haben. Ob und in welcher Form soziale Robotik langfristig Teil der Pflege und Betreuung werden kann, soll sich aus den Erfahrungen der mehrjährigen Testphase ergeben.
Pressemitteilung
„Heidi“ und „Peter“ im Altenheim: Wenn Roboter zum Gespräch einladen
Erschienen am:
02.11.2026
Herausgeber:
Caritasverband für Region Düren-Jülich e.V.
Pressestelle
Bonner Straße 32
52351 Düren
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