Damit stünde ein langjähriges qualifiziertes Beratungsangebot, das erst 2023 gesetzlich verankert wurde, im Kreis Düren und im Kreis Heinsberg vor dem Aus. Im Jahre 2025 sind in über 4.500 Beratungsgesprächen insgesamt 2.400 schutzsuchende Personen, darunter rund 400 besonders vulnerable Personen, beraten worden.
"Unsere Fachkräfte unterstützen Schutzsuchende dabei, das komplexe Asylverfahren zu verstehen, ihre Rechte wahrzunehmen und ihren Mitwirkungspflichten nachzukommen. Ein Ende der erfolgreichen Asylverfahrensberatung hätte gravierende Folgen - für die betroffenen Menschen, für den Rechtsstaat und auch für die Kommunen vor Ort", erklärt Dirk Hucko, Vorstandssprecher der Caritas Düren-Jülich. "Die Bleibeperspektive kann schneller geklärt und der Weg zu Integration oder Rückkehr früher eröffnet werden."
"Unsere tägliche Arbeit zeigt: Qualifizierte Beratung schafft die Grundlage für effiziente Verfahren. Sie hilft, Fehler zu vermeiden, beschleunigt Abläufe und trägt zur Akzeptanz des Asylverfahrens bei", so Ursula Hensen, Geschäftsführerin der Diakonie Jülich. "Gerade für besonders schutzbedürftige Personen - unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, queere Personen, traumatisierte Menschen sowie Folter- und Gewaltbetroffene - ist die frühzeitige Beratung unverzichtbar."
Auch mit Blick auf die anstehenden Änderungen im Asylrecht aufgrund der GEAS-Reform ab Juni 2026 warnen die beiden Träger vor den Folgen eines Wegfalls: "Die Verfahren werden komplexer und teilweise beschleunigt. Umso wichtiger ist eine qualifizierte, unabhängige Beratung vor Ort, in den Kreisen Düren und Heinsberg."
Zum Hintergrund:
Das Bundesinnenministerium verkündete am 16.03.2026 ab 2027 keine Mittel mehr für die unabhängige Asylverfahrensberatung aus dem Bundeshaushalt zur Verfügung zu stellen und begründete seine Entscheidung mit dem Ergebnis einer Evaluation der Forschungsstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge. Die Ergebnisse dieser Evaluation, die im Koalitionsvertrag vereinbart worden war, wurden aber bislang weder veröffentlicht noch den Trägern zugänglich gemacht. Damit droht eine gerade erst aufgebaute bundesweite Infrastruktur zu zerbrechen, ohne dass eine politische Entscheidung offen und faktenbasiert diskutiert wurde.
Eine aktuelle Wirkungsanalyse der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW), die dem Bundesinnenministerium vorliegt, belegt hingegen die positiven Effekte des Programms: 2026-03-06_BAGFW-Expertise_AVB.pdf
Pressemitteilung
Drohendes Aus für unabhängige Asylverfahrensberatung (AVB): Caritas Düren-Jülich und Diakonie Jülich warnen vor gravierenden Folgen
Erschienen am:
26.03.2026
Herausgeber:
Caritasverband für Region Düren-Jülich e.V.
Pressestelle
Bonner Straße 32
52351 Düren
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