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Stand: 04.07.2017

Pressemitteilung

Austausch Pflegepolitik

Einen guten Einblick in die Arbeit der regionalen Caritas-Altenhilfe erlangt

Nörvenich. Im Rahmen seiner Wahlkreistour besuchte der Dürener Bundestagsabgeordnete Dietmar Nietan (SPD) in den vergangenen Tagen gleich drei Alten- und Pflegezentren des regionalen Caritasverbandes. Nach seinen Besuchen in den Häusern Heilige Familie (Titz-Hasselsweiler) und St. Andreas (Kreuzau), machte er schließlich in Mariahilf Station. Seit dem 1. August ist der Caritasverband Träger dieser Nörvenicher Einrichtung mit 70 Plätzen.

Hausleiterin Marga Klein und Caritas-Vorstandssprecher Dirk Hucko begleiteten die Gruppe durch die einzelnen Bereiches des Hauses - von den Wohnbereichen über die Demenzstation bis hin zur Küche im Keller. Mittags konnten alle gemeinsam mit einigen Bewohnern im Foyer essen. Die obligatorische rote SPD-Rose durfte nicht fehlen und wurde von den Damen, und manchem Herrn, gerne angenommen.

Nietan kennt die Caritas gut. Zu vielen sozialpolitischen Themen oder Aktionen zur Pflegeentwicklung hat man sich in den vergangenen Jahren austauschen können. Auch ist er schon eine volle Frühschicht mit dem ambulanten Caritas-Pflegedienst mitgefahren und hat eine Pflegerin bei ihrer Tour begleitet. Schon damals 2013 ging es in der Kampagne "Mehr Zeit für Pflege" um ein Thema, das dem ehemaligen Zivildienstleistenden eines Caritas-Krankenhauses nahe ist.

Die demografische Entwicklung ist weiterhin ein aktuell wichtiges Thema. "Wir müssen die Diskussion führen, wie wir die Versorgung älterer Menschen auch in Zukunft gut organisieren können" so Nietan. Zu einer ehrlichen Betrachtung gehöre auch die Frage "Ist die Pflegeversicherung in den kommenden Jahren noch auskömmlich?"

Der Diskussion stellt sich die Caritas gerne. Intelligente Personalentwicklung ist ein aktuelles Anliegen, um bereits vorhandene Ressourcen besser nutzen zu können. "Wir brauchen eine gute Mischung von examinierten Fachkräften und von weiteren Mitarbeitern in Pflege und Betreuung" unterstreicht Caritas-Vorstand Dirk Hucko "aber auch weniger Vorgaben, die die Einsatzmöglichkeiten unseres Personals erschweren" ergänzt Marga Klein. So dürfen beispielsweise Betreuungskräfte streng genommen nicht einmal kurz die Spülmaschine einräumen oder eine Tasse Tee hinstellen, denn das wäre eine hauswirtschaftliche Tätigkeit. In der Praxis führt dies manchmal zu absurden Situationen. 

Es stellt sich die Frage, ob das System so noch zeitgemäß ist. Wie kontrolliert man die Qualität sinnvoll? Prüfungen durch verschiedene Institutionen und Kostenträger sind inhaltlich mitunter sehr ähnlich. Auch hier muss zu viel Zeit für Dokumentation und Verwaltung aufgewandt werden - mit fraglichem Nutzen. Zeit, die die Mitarbeiter zudem nicht den Bewohnern widmen können. Und bei den Prüfungen stehen meist Formalien im Mittelpunkt, nicht aber Zufriedenheit und Nutzen für die Bewohner. 

Der Austausch zwischen den Gesprächspartnern macht deutlich, dass das Know-how vieler unterschiedlicher Anbieter ein Erfahrungsschatz ist, der nicht verloren gehen darf. Auch Nietan vertritt das Prinzip der Subsidiarität. Es bedeutet sinngemäß "zurücktreten" oder "nachrangig sein". Der Staat - und das ist das Prinzip der Subsidiarität - tritt dann zurück von einer Aufgabe, wenn diese auch von einer "untergeordneten" Organisation erfüllt werden kann. Besonders in der Sozialpolitik, aber auch in der Bildungspolitik, spielt Subsidiarität eine wichtige Rolle und hat sich in der Bundesrepublik sehr bewährt. Denn sonst müsste der Staat jede Kleinigkeit von oben mit großem Aufwand bestimmen, regeln und verwalten, was vor Ort viel besser geleistet werden kann.

Daher ist Trägervielfalt sehr wichtig. Die aktuellen Rahmenbedingen für Altenheime führen aber eher dazu, dass kleine private Betreiber sich zurückziehen müssen. Mehr und mehr übernehmen große Betreiberketten Altenheime, die aufgrund ihrer im Hintergrund stehenden Geldgeber natürlich Gewinne erzielen müssen. "Profitorientierung hat in diesem Bereich keinen Platz" ist Dirk Hucko überzeugt. Dem pflichtet Dietmar Nietan bei, denn gewollt ist diese Entwicklung politisch nicht: "Wir werden uns das sehr genau angucken müssen und entsprechend gegensteuern." 

 

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